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8. Februar 2014
Robert-Walser-Preis Biel 2014
Der 15. Robert-Walser-Preis der Stadt Biel und des Kantons Bern geht an Roman Ehrlich für sein Buch «Das kalte Jahr» (Dumont 2013).
Roman Ehrlich, geboren 1983, lebt in Berlin.

Begründung der Jury:
Roman Ehrlichs Roman Das kalte Jahr besticht durch die Dichte der sprachlichen Bilder und den Schwebezustand des Erzählten. Eine Geschichte, die Sehnsucht in fragilen Bildern umschreibt und präzisiert. Ein junger Mann kehrt in sein vermeintliches Elternhaus zurück, findet jedoch ein unbekanntes Kind vor, das ihm öffnet, den ganzen Roman hindurch ein Rätsel bleibt und dem er sich über das Erzählen historischer Begebenheiten zu nähern versucht. Es gelingt ihm jedoch nur in Ansätzen, denn Kälte greift sich Menschen, Landschaft und Vergangenheit. Über den ganzen Roman hin bleibt eine mögliche Annäherung ein niemals ausgesprochener Wunsch. Alles treibt wie die Gezeiten des Meeres, an dessen Ufer das Geschehen spielt, in das Ungreifbare. Variiert wird eine Stimmung von Angst, Bedrohung und dem Verlieren aller Sicherheiten. Roman Ehrlichs Sprache ist geprägt von grosser Genauigkeit, Bildkraft und einer staunenswerten Geduld, die die Dinge sich entwickeln und im Leeren versickern lässt. Der Roman ist eine Absage an Formeln und Festlegungen und er öffnet einen Raum, in dem vielfältige Deutungen möglich werden.

Die Jury bildeten unter dem Vorsitz von Stefan Humbel (Bern), Monique Schwitter (Hamburg), Brita Steinwendter (Salzburg), François Bon (Paris) und Rolf Hermann (Biel). Der Preis ist mit SFr 20'000.- dotiert und wird alle zwei Jahre an ein deutsch- oder französischsprachiges Erstlingswerk in Prosa verliehen.

Die Verleihung findet am 18. Oktober 2014 in Biel statt.

9. April 2013
15. Robert-Walser Preis
Der 15. Robert-Walser-Preis der Stadt Biel und des Kantons
Bern wird im Herbst 2014 an ein deutschsprachiges Erstlingswerk
in Prosa verliehen werden. Die Auswahl trifft eine fünfköpfige,
internationale Fachjury. Einsendeberechtigt sind ausschliesslich
Verlage. In Frage kommen Manuskripte, die zur Publikation angenommen
sind oder bereits erschienene Erstlingswerke des Jahres 2013.
Die Verlage werden in der Regel von der Robert-Walser-Stiftung Biel
direkt kontaktiert und zur Einsendung eingeladen.

10. Februar 2012
14. Robert-Walser-Preis
Der 14. Robert-Walser-Preis der Stadt Biel und des Kantons Bern geht an Mariette Navarro für ihr Buch «Alors Carcasse» (Editions Cheyne in der Collection Grands Fonds, 2011). Mariette Navarro lebt in Lyon (F).
Dieser Text, der sich keiner Gattung zuordnen lässt, stellt die Figur Carcasse und ihre Auseinandersetzung mit sich selbst und ihrer Epoche in den Mittelpunkt. Die eigenartige Kraft dieser poetischen Prosa, die zum Schauplatz einer inneren Erfahrung wird und mit ihrer Bildhaftigkeit in jedem Einzelnen eine starke Wirkung entfaltet, hat die Jury begeistert.
Unter dem Präsidium von Valérie Meylan (Biel), setzte sich die Jury dieses Jahr aus Sylvie Gouttebaron (Paris), Doris Jakubec (Genf) Antoinette Rychner (Berlin und Neuenburg) und Yla von Dach (Paris und Biel) zusammen.
Der Preis ist mit SFr 20'000.- dotiert und wird alle zwei Jahre an ein deutsch- oder französischsprachiges Erstlingswerk in Prosa verliehen. Die Preisverleihung wird am Sonntag, 22. April 2012 um 11 Uhr im Museum Neuhaus, Biel stattfinden.

1. Juni 2011
14. Robert-Walser-Preis
Der 14. Robert-Walser-Preis wird im April 2012 wiederum an eine-n französischsprachige-n Autor-in verliehen.
Haben Sie in Ihrem Verlag 2011 einen neuen Autor, eine neue Autorin in französischer Sprache publiziert? Haben Sie ein Manuskript, das im Frühjahr 2012 bei Ihnen in französischer Sprache erscheinen wird? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf! Der Robert-Walser-Preis ist dotiert mit CHF 20'000 und wird alle zwei Jahre abwechselnd in deutscher und französischer Sprache verliehen für einen literarischen Prosa-Erstling.

18 avril 10
13. Robert Walser Preis
Die Verleihung des 13. Robert-Walser-Preises hat am 18. April 2010 im Stadttheater Biel stattgefunden.


«Es ist kein Zufall, dass die Deutschen so viele Philosophen und Würste machen»
Die letzte Sau, Seite 84

Werner Hadorn, Biel-Bienne, Ende März 2010

«Eisbeine: 8,4 kg, 4 Stück, Spitzbeine ausgeschält 2,3 kg, Bearbeitung: Kochen». Das ist eine von 70 Positionen in einer Tabelle, die minutiös aufführt, wie ein Schwein zerlegt, verarbeitet, gekocht, für den Konsum präpariert – und gegessen wird.

Für die detailstrotzende Beschreibung erhält Patrick Hofmann, 39, dieses Jahr den 13. Robert Walser Preis. Hofmanns Erstlings-Roman «Die letzte Sau», erschienen im Verlag Schöffling & Co. in Frankfurt am Main, schildert einen einzigen Tag, den 5. Dezembers 1992, in einem Dorf südlich von Leipzig. Die ganze Familie Schlegel kommt auf ihrem alten Bauernhof zusammen, um die letzte Sau zu schlachten, die ihr geblieben ist. Denn die Bagger des Braunkohletagebaus haben sich bis ins Dorf vorgefressen, die Bewohner werden umgesiedelt, die Schlegels sind die letzten.

Metapher. Das Zerlegen des Schweins ist eine überraschende Metapher für die letzten Tage der DDR, wo die «Treuhandanstalt» das Staatseigentum zerlegt und an Private verhökert. Hofmann kennt das Metier aus seiner ländlichen Jugend, hat selbst Familienkaninchen in Essware verwandelt und erzählt das Schicksal der «letzten Sau» mit sinnenfroher Anschaulichkeit. Da stinken die Därme, da treffen sich die heimlichen Blicke, und als das Bolzenschussgerät geladen wird, singt René, der Vertreter der dritten Generation, «Muss i denn, muss i denn zum Ställele hinaus».

Detailversessen breitet Hofmann auch den Hintergrund des Schweineschlachtens aus: die Geschichte der Landschaft vor allem, die einst aus malerischen Dörfern bestand, dann zum hässlichen Schauplatz der Bergwerksleute wurde, erlebte, wie ganze Dörfer ausradiert, die Menschen «weggebaggert» wurden und die Landschaft jetzt wieder renaturiert wird zum Touristenziel.

Er hat schon mehrfach in seiner alten Heimat gelesen und dabei gemerkt: «Ich habe eine Geschichte des Vergessens aufgeschrieben.» Es ist die Perspektive der «kleinen Leute», die mit ihrem ständig wechselnden Schicksal nur schwer fertig werden.

Wendegewinner. Hofmann selbst erlebte die Wende als 18-jähriger, er sei, sagt er, «nicht kritischer als Teenager in diesem Alter» gewesen. Der Vater war Ingenieur, die Mutter Ökonomin, beide in der Braunkohleindustrie beschäftigt. Man identifizierte sich mit dem System – Hofmann hat viele Bezüge aus der Verwandtschaft abkupfern können.

Nach dem Abitur geht der «Wendegewinner» (Hofmann) nach Berlin und Leipzig, studiert Philosophie, Germanistik und Geschichte, macht seinen Doktor und reist dann mit seiner Frau, auch einer Philosophin, nach Griechenland. «Mit der Wisssenschaft hatte ich abgeschlossen.»

Er schlägt sich als Fahrer fürs deutsche Fernsehen an den Olympischen Spielen durch, arbeitet als Übersetzer und Deutschlehrer. 2005 beginnt er mit seinem Romanprojekt, recherchiert sich seine Detailflut zusammen, 2008 ist der Erstling fertig.

Schriftsteller. «Ein reines Fantasieprodukt» ist die Hauptfigur des Romans, die sinnliche Schlachterin Diana Kampradt, 38, die einzige, die ein paar Kapitel in der Ich-Form erzählen darf. Ihren Job üben sonst bloss Männer aus. «Wärs ein Schlachter gewesen», begründet der Autor, «hätte der mit seinem Bolzenschussgerät und den scharfen Messern leichtes Spiel, seine Autorität auszuspielen. Die Frau kann bewusst machen, dass dies nicht selbstverständlich ist.»

Der Preis kam, kurz nach seiner Rückkehr aus Griechenland nach Berlin vor einem halben Jahr, «völlig überraschend». Mit ironischem Stolz stellt der ehemalige Chauffeur fest: «Jetzt bin ich ein Schriftsteller.»

An seinem zweiten Roman arbeitet Hofmann bereits. Der wird nicht mehr in Deutschland spielen; das Braunkohlethema ist für ihn ausgereizt. Wo, verrät er freilich nicht. Bei der versessenen Anschaulichkeit, die sein erstes Buch auszeichnet, kommt eigentlich nur Griechenland in Frage …



20. Januar 2010
Robert Walser Preis 2010
Der 13. Robert-Walser-Preis der Stadt Biel und des Kantons Bern geht an Patrick Hofmann für sein Buch «Die letzte Sau» (Schöffling & Co 2009). Patrick Hofmann, geboren 1971 in Borna, lebt in Berlin.

In Patrick Hofmanns Erstlingsroman wird auf einem Bauernhof der ehemaligen DDR, der von seinen Besitzern in Kürze verlassen werden soll, im Rahmen einer letzten großen Familienzusammenkunft die letzte Sau geschlachtet. Daraus entwickelt der Autor ein Erzählgeflecht, das fest gefügte Grenzen im Denken und Handeln seiner nie denunzierten Figuren auf eindrückliche Weise sprengt. In der symbolisch aufgeladene Roman-Komödie spiegelt sich das deutsche Epochenwissen vom Leben in Krieg und Diktaturen, vom Überleben mit List und Offenheit in einem existentiellen Schlachtfest mitsamt seinen unerhörten, sinnlichen Auswucherungen.

Die Jury bildeten unter dem Vorsitz von Hans J. Ammann (Biel) Kurt Neumann (Wien), Robert Schindel (Wien), Simone Fässler (Zürich) und Simon Koch (Lausanne). Der Preis ist mit SFr 20'000.- dotiert und wird alle zwei Jahre an ein deutsch- oder französischsprachiges Erstlingswerk in Prosa verliehen.
Die Verleihung findet am 18. April 2010 in Biel statt.

29 mai 09
Das Buch: WAS AUS MIR WURDE
WAS AUS MIR WURDE a plus trois éditions


„Herausgekommen ist dabei ein schön gestaltetes, mit impressionistischen Fotografien durchsetztes und komplett zweisprachig gehaltenes Buch, in dem Autoren wie Ueli Bernays, Werner Fritsch, Marianne Fritz, Händl Klaus, Thomas Hettche und Matthias Zschokke allesamt – bewusst oder unbewusst – auf den Spuren des Bieler Dichters wandeln und mäandrierend von kleineren oder grösseren Time-outs aus dem Alltagsdruck erzählen.“

NZZ, Alexandra Stäheli, 19. 3. 2009


„Unter den Texten finden sich neben durchwegs soliden Handwerksproben wahre Preziosen, etwa die 5 Prosastücke des Wahlbielers Händl Klaus oder die raffinierte Auseinandersetzung mit dem „promeneur“ Robert Walser im Beitrag des späteren Goncourt-Preisträgers Michel Host oder Werner Fritsch kraftvoller Protest gegen den Tod. Die Krone gebührt aber wohl Matthias Zschokke, der Walsers so aberwitzig komischen wie abgründig melancholischen Tonfall wie kein anderer weiterzuschreiben vermag, ohne je epigonal zu wirken.“

DRS 2, Hans Ulrich Probst, 17. 12. 2008


„Dass alle Texte in die jeweils andere Sprache übersetzt wurden, ist ein grosser Mehrwert des Bandes.“

Tages-Anzeiger, Martin Ebel, 7. 1. 2009


„Eindringlich sind Werner Fritschs Protest gegen den Tod, Popescus Kneipentour eines unglücklichen Journalisten mit einem Obdachlosen, Schwitters Schneewittchen-Adaption und Zschokkes Porträt eines beschäftigungslosen Flaneurs, das Walser unaufdringlich die Reverenz erweist.“

Der Bund, Sandra Leis, 22. 1. 2009


„Den Texten vorangehende Fotografien von David Gagnebin-de Bons und Stephan Rappo wiederum verstehen sich laut Moser als „visuelle Fortschreibungen“ der ehedem ausgezeichneten Erstlinge. Deutlich wird diese Absicht insbesondere bei Bildern, die Werner Fritschs mit „Und da war nichts im Anfang“ bestätigte Sprachkraft aufnehmen oder die bei Matthias Zschokke aufscheinende Befindlichkeit spiegeln.“

Solothurner Zeitung, Roland Erne, 13. 12. 2008


„Die erste Publikation, die die Stiftung Robert Walser Biel in den dreissig Jahren ihres Bestehens initiiert hat, ist eine Herausforderung. Gott sei Dank, möchte man sagen, denn was sonst passte zu einer Institution, die sich der Förderung von Schriftstellern verschrieben hat, die am Anfang ihres Wirkens stehen?“

Bieler Tagblatt, Fredy Frei, 11. 12. 2008

15 Dezember 2008
- Was aus mir wurde Ce que je devenais - bestellen
Buchbestellungen per Mail an:

christine.junod@swissonline.ch

Folgende Angaben bitte nicht vergessen:

- Anzahl Exemplare
- Liefer- und Rechnungsdresse (falls nicht identisch)

CHF 50.-, inkl. MWST und Versand. Bezahlung per Rechnung.

Auszüge aus dem Buch finden sich auf der Internetseite des Verlags "a plus trois"

www.aplustrois.ch

14. Dezember 08
Buchvernissage mit Lesungen der Preisträgerinnen und Preisträger
am Sonntag, 14. Dezember 2008, um 19 Uhr im Stadttheater an der Burggasse 19 in Biel.


14. Dezember 08
Colloquium «EIN LITERATURPREIS – UND DANN?»
am Sonntag, 14. Dezember 2008 im Schweizer Literaturinstitut, Rockhall IV, an der Seevorstadt 99 in Biel.

Es diskutieren die Presträgerinnen und Preisträgern mit Brita Steinwendtner (Rauriser Literaturpreis), Sylvie Gouttebaron (Maison des écrivains et de la littérature Paris), Marlyse Pietri (Editions Zoë), Hans Ulrich Probst (SR DRS), Peter Hamm (Literaturkritiker München).

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